Zwischen analog und digital – Der Immobilienbewerter im digitalen Zeitalter

Architekt: ein traditioneller Beruf im Spannungsfeld der Digitalisierung
1. August 2018

Zwischen analog und digital – Der Immobilienbewerter im digitalen Zeitalter

Die Digitalisierung löst einen riesigen gesellschaftlichen Wandel aus. Auf Städte, Gebäude, Lebensweisen, Fahrzeuge und auch auf Berufsbilder. So wird beispielsweise der Beruf des Immobilienbewerters, der vom Datenaustausch lebt und profitiert, zunehmend digitaler. Arbeitsprozesse werden komprimiert, automatisiert und somit effizienter. Wie? Durch digitalen Workflow – von der Auftragserfassung eines Kunden bis zum fertigen Gutachten. Daten und Informationen, Algorithmen und Zeitreihen sowie Miet- und Investmentdaten werden in digitalen Datenbanken gesammelt und angelegt – Big Data und die Block Chain sind hier die Stichworte. Der Immobilienbewerter muss sie nur noch prüfen und validieren – schon hat er die Grundlage für seine Bewertung. Auch werden diese technischen Tools, die seine Arbeit unterstützen, mit voranschreitender Digitalisierung noch vielfältiger. Von Liegenschaftskarten über Geo-Informationssysteme bis hin zu Bodenrichtwerten – all diese Informationen sind schon bald virtuell und damit sofort und unmittelbar abrufbar. Das hilft, den Status Quo einer Immobilie abzuleiten, zu bewerten und Trends aufzuspüren. Der Immobilienbewerter kann sich fortan wieder seinen Kernkompetenzen widmen: der Analyse der gesammelten Daten und daraus ableitend der Bestimmung des Marktwerts eines Objekts. Denn dafür sind Marktgespür und Marktkenntnisse gefragt – menschliche Fähigkeiten, die diese Berufsgruppe bis heute auszeichnen. Mit der zunehmenden Digitalisierung kann der Immobilienbewerter sich somit wieder stärker fokussieren. Jedoch steht die Digitalisierung des Berufs vor einigen Herausforderungen. Ein ganz großer Faktor ist hier der Datenschutz. Noch ist es aufgrund der Gesetzeslage in Deutschland nicht möglich, alle Daten und seien es nur Informationen zu Gebäuden oder Stadtteilen, frei zur Verfügung zu stellen. Hier muss der Gesetzgeber folglich den ersten Schritt gehen!