Woran ein Start-up erkennt, ob es den richtigen Investor gefunden hat

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17. Januar 2019

Woran ein Start-up erkennt, ob es den richtigen Investor gefunden hat

Wenn ein junger Gründer mit seiner Geschäftsidee einen Geldgeber begeistern kann, ist die Freude zunächst groß. Schließlich bedeutet dies die Möglichkeit zu weiterem Wachstum und die Wertschätzung des eigenen Unternehmenskonzepts durch einen „alten Hasen“. Dennoch sollten Start-ups genau prüfen, mit welchem Investor eine Kooperation lohnenswert ist, und wann sie – auch wenn es schwerfallen mag – nein sagen sollten.

Expertise ist wichtiger als Kapital

Ein gründungserfahrener Investor kann wichtige Impulse bei der Weiterentwicklung des Produkts sowie des Unternehmens setzen. Allerdings nur dann, wenn er sich in einer ähnlichen Branche bewegt wie der Gründer. Das trifft erst recht auf die Immobilienwirtschaft zu, deren Ausgangslage heutzutage komplexer denn je ist: Moderne Sensortechnik macht die Gebäude immer „smarter“, Big Data, künstliche Intelligenz und Blockchain-Strukturen haben das Potenzial, die Spielregeln für die gesamte Branche zu ändern – und auch die großen Immobilienkonzerne haben diese Trends inzwischen erkannt und arbeiten an eigenen Lösungen.

Wenn nun ein Gründer mit exzellenten Kenntnissen in diesem Themengebiet auf einen Investor trifft, der aus der Food-, Textil- oder einer ähnlich weit entfernten Branche stammt, eignet sich dieser nicht als Sparringspartner beziehungsweise Mentor, um die jeweilige Geschäftsidee konstruktiv zu hinterfragen und damit weiterzuentwickeln. Für mich hat sich immer wieder gezeigt, dass Erfahrung bei einer Kooperation zwischen Investor und Start-up deutlich wichtiger ist als die blanken Zahlen im Vertragswerk.

Entscheidungsfaktor Netzwerk

Aber auch eine optimale Idee kann zum Scheitern verurteilt sein – vor allem in der Immobilienwirtschaft, die wie kaum eine andere Branche vom persönlichen Austausch und dem eigenen geschäftlichen Netzwerk geprägt ist. Ein branchenaffiner Investor kann die notwendigen Kontakte zu etablierten Unternehmen herstellen, genauso wie zu anderen PropTechs. Dabei geht es einerseits natürlich um Reputationsmanagement: Der Investor bürgt gewissermaßen für die Innovationskraft des Jungunternehmers und die Anwendbarkeit seines jeweiligen Produkts. Andererseits kann ein Investor, der sich ein Beteiligungsportfolio aus mehreren PropTechs aufbaut, den Anstoß für die Zusammenarbeit der einzelnen Akteure liefern. Auf diese Weise wird eine innovative Lösung zur Grundlage einer anderen – und die Produkte existieren nicht mehr isoliert voneinander, sondern können gewissermaßen als Kombipaket angeboten werden.