Wohnimmobilienmarkt Berlin: Die hohe Nachfrage sorgt für Investmentanreize

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Wohnimmobilienmarkt Berlin: Die hohe Nachfrage sorgt für Investmentanreize

Meine Zahl der Woche? 31.229. So viele Wohnungen müssten jährlich in Berlin errichtet werden, um den Wohnraumbedarf der stetig wachsenden Spreemetropole abzudecken. Das zeigt eine Erhebung des Deutschen Instituts für Wirtschaft Köln. Doch obwohl die Bautätigkeit in der Bundeshauptstadt in jüngerer Vergangenheit deutlich gestiegen ist, wurden 2018 de facto nicht einmal halb so viele Wohnungen fertiggestellt, wie benötigt werden. Ein großes Problem für all jene, die eine Miet- oder Eigentumswohnung in Berlin suchen. Aus Investorensicht jedoch ist der anhaltende Nachfrageüberhang ein Garant für weiterhin steigende Kauf- und Mietpreise.

Keine Trendwende in Sicht

Obwohl der Wohnraummangel in Berlin so ausgeprägt ist wie in wenig anderen deutschen Metropole, beschränkt sich dieser Trend keinesfalls nur auf die Bundeshauptstadt. Auch in München, Frankfurt am Main sowie in den schnell wachsenden Städten der ostdeutschen Bundesländer ist die Nachfrage deutlich höher als das Angebot. Und die Kapazitäten der Baubranche sind an vielen Orten ausgereizt. Vor diesem Hintergrund schätzen die Immobilienspezialisten der Deutschen Bank, dass der Nachfrageüberhang frühestens ab dem Jahr 2022 zurückgehen wird. Bis dahin wird sich die Kluft noch vertiefen – und je tiefer diese ausfällt, desto stärker steigen die Preise. 

Positive Impulse ergeben sich zudem aufgrund der robusten deutschen Wirtschaftslage. Die bundesweite Arbeitslosenquote war zuletzt auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung und auch die Nominallöhne sind im dritten Quartal 2018 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 3,6 Prozent gestiegen. Dies sind wichtige Indikatoren dafür, dass die Immobilienmärkte zwar angespannt, aber nicht überhitzt sind und die steigenden Mieten bezahlt werden können.

Den Bedarf einer modernen Gesellschaft abdecken 

Der Berliner Wohnungsmarkt ist von einem weiteren Phänomen geprägt: Während bei den Besichtigungsterminen für Ein- bis Dreizimmerwohnungen lange Warteschlangen zu sehen sind, stehen deutlich größere Bestandswohnungen einfach leer. Dies hängt eng mit dem demografischen Wandel unserer Gesellschaft und dem veränderten Wohnraumbedarf zusammen. Der Anteil von Ein- und Zweipersonenhaushalten liegt aktuell bereits bei mehr als 75 Prozent und soll bis zum Jahr 2030 auf mehr als 80 Prozent steigen. Zwar wächst auch die statistische Wohnfläche pro Person seit Jahren konstant und lag zuletzt bei 39,6 Quadratmetern, doch die Grundrisse zahlreicher Wohnungen in der Hauptstadt sind für kleinere Haushalte einfach zu geräumig und damit unwirtschaftlich. Immer mehr Immobilienunternehmen haben sich deshalb darauf spezialisiert, ältere Bestandsimmobilien zu modernisieren, aufzuteilen und an die aktuellen Marktgegebenheiten anzupassen. Der Altbaucharme bleibt dabei erhalten.