Wohnen im Porsche? Die „branded residences“ kommen nach Deutschland

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Wohnen im Porsche? Die „branded residences“ kommen nach Deutschland

Foto: tadeas21 | ClipDealer

Automobilhersteller und Wohnimmobilien passen zusammen. Das beweist der Porsche-Design-Tower in Frankfurt am Main. Dieser Trend der „branded residences“, der bereits in den USA Fuß gefasst hat, kommt nun auch nach Deutschland. Doch wie kann der heimische Immobilienmarkt davon profitieren?

Symbiose aus Hotelservice und Wohnkomfort

Der Trend der Branded Residences stammt ursprünglich aus der Hotellerie. Zunächst gingen Hotelmarken wie Marriot, Four Seasons oder Ritz-Carlton Kooperationen mit Projektentwicklern ein. Der Vorteil: Die Bewohner kommen in den Genuss der Vorzüge eines erstklassigen Hotels, in Form von einem Concierge-Service, einem Wäschedienst sowie unzähligen Besuchen im Spa, ohne auf die privaten Annehmlichkeiten einer Eigentumswohnung verzichten zu müssen. In der Praxis handelt es sich dabei üblicherweise um Hotels, an denen ein Komplex aus Eigentumswohnungen angeschlossen ist. Ergänzend zum Service des Hotels profitieren Wohnungseigentümer darüber hinaus vor allem von der Qualität der Marke sowie von einer professionellen Verwaltung der Immobilie.

Es geht um ein Lebensgefühl

Während Wohnen mit Marke in den USA und Asien bereits große Wellen schlägt, sollen hierzulande künftig erst nach und nach die ersten Projekte dieser Form realisiert werden. Ende des vergangenen Jahres ist der Startschuss für den Porsche-Design-Tower in Frankfurt gefallen, in dem 256 exklusive Wohneinheiten auf 24 Etagen entstehen sollen.

Weltweit gibt es zurzeit mehr als 400 Branded Residences mit mehr als 55.000 Apartments.

Im Unterschied zu den eingangs erwähnten Hotelprojekten steht dort der Designgedanke im Vordergrund. Die Marke Porsche ist für viele nicht allein ein Qualitätssiegel, sondern vielmehr ein Lebensgefühl und ein Versprechen – dasselbe Gefühl wie in einem 911er oder einem Taycan soll eben auch in den eigenen vier Wänden vermittelt werden. Durch die Adaption einer Eigentumswohnung in eine Branded Residence ergibt sich ökonomisch betrachtet vor allem ein höherer Markt- und Wiederverkaufswert. Kurz gesagt: Die Marke generiert einen Mehrwert für die Immobilie. Anders als eine herkömmliche regionale Hausverwaltung ist das Management einer Branded Residence, hinter dem eine große Marke steht, zudem um ein Vielfaches verlässlicher.

Auch in Deutschland wächst die Nachfrage nach Serviceangeboten im Wohnbereich zunehmend. Für Projektentwickler besteht zudem der Vorteil von Synergieeffekten, die mit der Zusammenarbeit mit den Marken einhergehen und auf die so zurückgegriffen werden kann. Mein Fazit: Bei Branded Residences sehen wir gerade erst die Anfänge. Bezeichnenderweise haben viele starke Marken wie beispielsweise der Luxusgigant LVMH die Coronarezession relativ gut überstanden. Auch sie werden jedoch nach neuen Einnahmequellen zur Diversifikation ihres Cashflows suchen. Es ist also durchaus möglich, dass wir in den Immobilienmedien bald vom „Louis-Vuitton-Tower“ oder von den „Armani Apartments“ lesen werden.