Modulares Bauen Teil 2:
Vom Plattenbau zum Designerobjekt: Warum modulares Bauen und Ästhetik keine Widersprüche mehr sind

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Modulares Bauen Teil 2:
Vom Plattenbau zum Designerobjekt: Warum modulares Bauen und Ästhetik keine Widersprüche mehr sind

Copyright: LenzWerk

Die Idee, durch modulare Bauteile effizienter, schneller und auch günstiger zu bauen, ist um einiges älter als der Plattenbau, wie man ihn zum Beispiel aus den 1960er-Jahren kennt. Damals, als „die Platte“ groß wurde, musste aufgrund der Wohnungsnot der Nachkriegszeit das Bauen schnell gehen und günstig vonstattengehen. Großsiedlungen wurden in Rekordzeit aus dem Boden gestampft – die Qualität der Baustoffe und das Design der Gebäude wurden dabei oft hintenangestellt.

Doch geht beim modularen Bauen automatisch die architektonische Ästhetik des Gebäudes verloren? Aktuelle und historische Architekturbeispiele zeigen, dass modulares Bauen nicht nur Plattenbau-Ästhetik bedeutet, sondern ästhetisch voll auf der Höhe des Zeitgeistes sein kann. Ein prominentes Beispiel stammt von Walter Gropius, dem Begründer des Bauhauses. Das „Haus Auerbach“ in Jena ist das erste Wohnhaus, dass 1924 nach dem Baukasten-Prinzip geplant und gebaut wurde. Gropius’ Idee dahinter: Gute Architektur sollte für alle, unabhängig von Bevölkerungsschichten möglich sein. Durch die Typisierung von Wohneinheiten und eine serielle Produktion konnte man schon damals sowohl die Bauzeit als auch die Baukosten reduzieren. Die Ästhetik des Bauhauses begeistert bis heute und zeigt, dass der Modulbau viele Gesichter haben kann.

Digitale Fertigungsprozesse bieten mehr Gestaltungsmöglichkeiten

Standardisierte und vorgefertigte Raummodule kommen heutzutage besonders beim Großwohnungsbau, bei Studentenwohnungen oder auch bei öffentlichen Gebäuden immer wieder zum Einsatz. Im Vergleich zur 1960er-Jahre-Platte stehen inzwischen das Design und die Gestaltungsvielfalt im Mittelpunkt. Aktuelle Entwürfe sind funktional, ökologisch, aber auch architektonisch kreativ. Digitale Fertigungsprozesse bieten mehr Gestaltungsspielraum und schaffen eine neue Modulbau-Ästhetik, die sich sehen lassen kann. In den USA existieren bereits erste Architekturwettbewerbe und Designpreise, welche ausschließlich für „prefabricated houses“ gedacht sind. Auch in Deutschland fördern das Bundesbauministerium und der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft innovative serielle Baukonzepte.

LenzWerk Development als deutschlandweiter Vorreiter

Dass auch hierzulande modulares Bauen und Ästhetik keinen Widerspruch darstellen müssen, zeigt unter anderem das neu gegründete Joint Venture LenzWerk Development. Hinter dem Namen stehen der Bauexperte LenzWerk, der bereits mehrere internationale Prestigeprojekte wie die Neugestaltung des Thomas-Mann-Hauses in Los Angeles realisiert hat, sowie die Plutos Group als erfahrener und in Deutschland exzellent vernetzter Immobilienentwickler.

Die ästhetischen Designkonzepte von LenzWerk entstehen zukünftig auch in Modulbauweise.
Copyright: LenzWerk

Das Ziel: Moderne Mikro-Apartments, die den aktuellen Wohntrends in den Großstädten entsprechen und hohen Wohnkomfort auf kleinen Flächen bieten – dabei jedoch aufgrund der modularen Bauweise erschwinglich bleiben.

Der Imagewandel des Modulbaus weg vom Plattenbau, hin zum begehrten Designobjekt vollzieht sich in großen Schritten. Gerade die Technologiefortschritte im 3D-Druck sorgen dafür, dass in den kommenden Jahren noch viel mehr möglich sein wird. Für mich steht fest, dass dies der einzige Weg der Immobilien- und Baubranche ist, ästhetisches und bezahlbares Wohnen miteinander zu vereinen.