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Office trifft Design – warum Arbeitswelten eine zeitgemäße Gestaltung brauchen

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Foto: rashchektayev | ClipDealer

Phone-Boxen, Ruheräume oder Think-Tanks als kreative Arbeitsräume für neue Ideen – für viele Arbeitnehmer wird eine abwechslungsreiche Bürogestaltung, neben Gehalt und Karrierechancen, ein immer wichtigeres Kriterium bei der Jobwahl: Knapp 20 Prozent der 25 bis 34-Jährigen haben schon mal einen Job abgelehnt, weil ihnen das Büro nicht zugesagt hat. Mehr als zehn Prozent haben deshalb bereits einen Job gekündigt. Dass der Faktor Design beim Thema New Work immer wichtiger wird, haben viele Unternehmen mittlerweile verstanden und reagieren mit unterschiedlichen Designkonzepten auf die Bedürfnisse der neuen, digitalen Arbeitswelt. Dabei muss gutes Design mehr können, als nur hübsch auszusehen.

Gutes Design bedeutet mehr als schöne Stühle und der Kaffee-Vollautomat

Einer Studie des Coworking-Anbieters Mindspace zufolge, fühlt sich knapp jeder sechste 18- bis 34-Jährige durch das eigene Arbeitsumfeld gestresst, sogar jeder vierte fühlt sich durch die Gestaltung des Arbeitsplatzes häufiger müde. Weiterhin klagt rund jeder Zehnte über eine Büroatmosphäre, die zu wenig zum Austausch mit Kollegen motiviert – in vielen Büros gibt es also einiges nachzubessern.

Die Basis für ein angenehmes Arbeitsumfeld sind gute Lichtverhältnisse und ein passendes Raumklima. Moderne Designkonzepte setzten jedoch auch auf Kreativität, flache (räumliche) Hierarchien und flexible Arbeitsformen: Werden heutzutage Büroflächen neu gestaltet, liegt der Fokus meist auf offenen Flächengrundrissen, vielfältigen Arbeitstools und einer praktischen Möblierung. Bestenfalls wird die Bürogestaltung in Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Team entwickelt, sodass sie zum Unternehmen und dem Arbeitsalltag der Mitarbeiter passt.

Ergänzend neben der Flächengestaltung zählen auch die technische Ausstattung oder sogenannte Benefits – als softe Designkonzepte – zu jenen Maßnahmen, mit denen Büroflächen attraktiver gestaltet und Mitarbeiter langfristig motiviert werden sollen: Beliebte Zusatzleistungen sind etwa die vom Unternehmen bezahlte Fitness-Center-Mitgliedschaft, eine firmeneigene Kantine oder ein Betriebskindergarten. Dass „gutes Design“ auch „gutes Geschäft“ bedeutet, hat der IBM-Gründer Thomas Watson Jr. bereits in den 1960er-Jahren festgestellt. Ich kann dem nur beipflichten. Denn gutes Bürodesign kann einerseits Identifikation für Mitarbeiter stiften und andererseits gezielt die Werte des Unternehmens transportieren, da attraktive Büroräume zunehmend zum Aushängeschild der Firma werden. Darüber hinaus bildet gutes Design nicht nur das Fundament für kreative und produktive Mitarbeiter, sondern stärkt gleichzeitig die Zusammenarbeit und Kommunikation im Team und folglich im gesamten Unternehmen. Immobilienentwickler wiederum sollten ihre Konzepte so entwickeln, dass all die erwähnten Designmaßnahmen auch tatsächlich umsetzbar sind – denn auf diese Weise sichern sie deren langfristige Vermietbarkeit.