Nachwuchsgewinnung: Was können Immobilienveteranen von PropTechs lernen?

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Nachwuchsgewinnung: Was können Immobilienveteranen von PropTechs lernen?

Having home office is a great solution

Foto: gpointstudio | clipdealer.com

Der digitale Wandel hat die Immobilienbranche inzwischen fest im Griff. Damit einhergehend entstehen neue Arbeitsbereiche und -Prozesse – und perspektivisch sogar völlig neue Jobprofile. Das bedeutet aber auch, dass die Branche frischen Wind von außen benötigt: Junge Talente verschiedener Fachrichtungen für das eigene Unternehmen gewinnen und halten zu können, wird zunehmend wichtiger. Vielerorts konkurrieren alteingesessene Immobilienunternehmen dabei mit PropTechs als attraktive neue Arbeitgeber. Was können die etablierten Player der Immobilienbranche von den jungen Gründern lernen?

Unabhängig von der bloßen Digitalisierung bestehender Arbeitsprozesse hat sich ein Wandel in der Arbeitsweise vollzogen. Daher sollten größere Unternehmen, die auf der Suche nach neuen Talenten sind, Wert auf ansprechende Arbeitsbedingungen legen. In vielen Branchen ist beispielsweise die Verlegung des festen Arbeitsplatzes im Büro in eine flexiblere Umgebung längst etabliert. Stichworte: Coworking und Homeoffice. Noch tut sich die Immobilienbranche jedoch stellenweise schwer, ihr liebgewonnenes „nine-to-five“ aufzugeben.

Ein hohes Gehalt ist nicht alles

Nach wie vor ist das Gehalt natürlich ein wichtiger Faktor. Hierbei kann die Immobilienbranche verglichen mit anderen Wirtschaftszweigen punkten: An Standorten wie Berlin mit einem relativ niedrigen lokalen Gehaltsdurchschnitt ist der Unterschied zwischen Immobilienunternehmen und anderen Branchen beziehungsweise Start-ups (und damit auch PropTechs) besonders deutlich. Bei allem Appeal sind aber Veränderungen in der Einstellung vieler junger Arbeitnehmer zu beobachten. Wie der Arbeitsalltag des einzelnen Mitarbeiters gestaltet ist und wie kreativ er sich im eigenen Arbeiten einbringen kann, hängt eng mit Themen wie Work-Life Balance oder Wellbeing zusammen, auf die die Start-up-Branche bereits viel direkter eingeht. Wie wohl sich ein Mitarbeiter am Arbeitsplatz fühlt, hat bei der Wahl des Arbeitgebers einen höheren Stellenwert eingenommen und sollte auch für Unternehmen in der Immobilienbranche von größerer Bedeutung sein.

Die Spanne der Fachbereiche, aus denen neue Mitarbeiter rekrutiert werden, hat sich ebenfalls erweitert. Während in der Immobilienbranche zwar seltener mit gänzlichen Quereinsteigern gearbeitet wird, als es beispielsweise in der Beratungsbranche üblich ist, sind die Ausbildungen und Studiengänge bei Arbeitsanfängern heutzutage weitaus breiter gefächert als noch vor zehn Jahren. Besonders im Tech-Bereich bauen viele Immobilienunternehmen derzeit ihre internen Kompetenzen aus. Mein Fazit: Die Branche wird technikaffiner, jünger und flexibler. Diese Tendenzen lohnt es sich aufzugreifen. Immobilienunternehmen sollten nicht zögern, aus altbekannten Mustern auszubrechen. Dabei ist es enorm hilfreich, den direkten Austausch mit den „jungen Wilden“ zu suchen: Während die deutsche PropTech-Szene vor allem vom Marktzugang und der Erfahrung der etablierten Unternehmen profitiert, können letztere von den modernen Strukturen der PropTechs lernen. Denn: Einen Arbeitsplatz sexy zu machen, heißt nicht nur, die Krawattenpflicht abzuschaffen.