Künstliche Intelligenz: Warum wir die Technik nicht zum Mythos machen dürfen

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Künstliche Intelligenz: Warum wir die Technik nicht zum Mythos machen dürfen

Artificial Intelligence Concept with Wire Mesh Grid

Foto: kentoh | ClipDealer

HAL 9000, I, Robot oder eher Alexa? Beim Thema künstliche Intelligenz (KI) denken auch innerhalb der Immobilienbranche viele nach wie vor an die Science-Fiction-Welt. Doch in den vergangenen Jahren sind KI-Anwendungen alltagstauglich geworden. Höchste Zeit also, objektiv über die aktuellen und zukünftigen Anwendungsgebiete in der Immobilienwelt zu sprechen.

Künstliche Intelligenz – was kann sie wirklich?

Es geht keineswegs nur darum, die eigenen vier Wände mit Smart-Home-Geräten „intelligenter“ zu machen. Für Immobilienunternehmen bietet die KI vor allem die Möglichkeit, Arbeitsprozesse zu vereinfachen und Transaktionskosten zu reduzieren. Das gilt sowohl für die Datenerkennung- und Verarbeitung als auch für das Risikomanagement oder die Erarbeitung von Vertragsdokumenten bei großen Immobilienportfolios. Das sogenannte Machine Learning kann dafür sorgen, dass einmal gefundene Best Cases automatisch reproduziert und weiterentwickelt werden können. Doch zunächst muss die KI dafür auf die gewünschte Systematik „trainiert“ werden.

Die Immobilienbranche – ein zu komplexer Markt?

Neben den augenscheinlichen Vorteilen ist die Immobilienbranche ein schwieriger Markt für die künstliche Intelligenz. Ein Grund dafür ist die Fragmentierung des Marktes: Nischenprodukte existieren bereits, doch breit einsetzbare Anwendungen sind derzeit in vielen Fällen noch nicht markttauglich. Immobilienbezogene Prozesse fallen häufig komplexer aus als jene in der Finanzwirtschaft – während sich eine Aktie vollautomatisch und digital handeln lässt, kommt bei Immobilien nun einmal der „Faktor Beton“ hinzu.

Auch die Datensicherheit ist für Investitionen und Transaktionen entscheidend. Die meisten KI-Programme sichern ihre Daten in der Cloud oder auf externen Servern. Demnach ist die Immobilienbranche beim Einsatz künstlicher Intelligenz noch zurückhaltend, da mögliche Datenlecks befürchtet werden. Hierbei könnte die Entwicklung der Blockchain-Technologie Abhilfe schaffen. Zudem fragen sich die Experten der Branche, ob KI mit Transaktionsschwerpunkt Berufe wie Projektmanager oder Anwälte ersetzen könnte. Sie sorgen sich, Jobs durch die KI zu verlieren. Mein Fazit: Die künstliche Intelligenz hat das Potenzial, unsere Arbeitswelt langfristig zu verändern. Vorher müssen wir jedoch Vor- und Nachteile abwägen. Der Einsatz von KI muss nicht bedeuten, dass Berufsbilder überflüssig werden, vielmehr braucht es qualifizierte Arbeitskräfte mit Branchenkenntnissen, welche die künstliche Intelligenz trainieren, evaluieren und begleiten. Es entstehen also neue, digital gestützte Jobprofile. Experten sollten sich intelligente Softwareprogramme zunutze machen, um so unsere Branche zu revolutionieren – angefangen beim intelligenten Flächenzuschnitt bis hin zur Entwicklung völlig neuer Investmentprodukte.