Innovationen in der Baubranche – welche Chancen bieten digitale Technologien?

Digitale Kommunikation auf einem neuen Level
24. Januar 2019

Innovationen in der Baubranche – welche Chancen bieten digitale Technologien?

Woran denken Sie, wenn Sie von „digitalen Innovationen in der Baubranche“ hören? An den Materialeinsatz? An computergestützte Bauverfahren? Viele Menschen assoziieren mit dem Bauen der Zukunft die hochaktuellen 3D-Druckverfahren, welche den Bauprozess revolutionieren sollen – und das nicht zu Unrecht, denn die Technologien besitzen enormes Potenzial. Zukünftig sollen neuartige Druckverfahren sogar das Bauen auf dem Mond ermöglichen. Doch bleiben wir auf der Erde: Beim Bau von modernen Gebäuden ist neben dem Einsatz neuer Materialien vor allem die Art und Weise entscheidend, wie diese digital konzipiert werden.

Schlüsselfaktor Building Information Modelling

Eine zentrale Möglichkeit, um Zeit und Kosten durch Effizienzsteigerungen zu senken, ist die Anwendung des Building Information Modeling (BIM). Dabei handelt es sich um Software-Anwendungen, die alle wichtigen Parameter eines Neubauprojekts digital darstellen und auch die Nutzung im laufenden Betrieb simulieren können. Zudem sind im Gegensatz zum großformatigen Einsatz des 3D-Drucks die Hürden für die Anwendung von BIM-gestützten Verfahren wesentlich niedriger. 

In der Umsetzung bedeutet dies, dass informationsgestützte Gebäudemodellierung dabei helfen kann, nachträgliche Planänderungen zu reduzieren. Sollte dennoch eine Änderung notwendig sein, lässt sich diese auf Basis einer soliden Datengrundlage viel leichter realisieren. Mit anderen Worten: Das Risiko teurer Fehlplanungen sinkt, wodurch eine höhere Effizienz auf den Baustellen erreicht wird, die sich wiederum positiv auf die Gesamtbaukosten auswirkt. Zusätzlich ergibt sich durch eine einheitliche Datenerfassung und -verarbeitung die Möglichkeit zur Standardisierung wichtiger Prozesse. Die Innovationskraft des BIM ist jedoch noch nicht in der deutschen Baubranche angekommen. Dabei kämpft die Immobilienwirtschaft seit Jahren mit stetig steigenden Baukosten.

Letztlich ist es mit der Digitalisierung in der Baubranche wie mit vielen zukunftsweisenden Investments. Anfangs fallen Mehrkosten an, und zudem müssen die Branchenvertreter ihre eigene Bequemlichkeit überwinden, alles einfach beim Status quo zu belassen. Zwar können sich die Bauunternehmen aktuell vor Nachfrage kaum retten und ihre Projekte selbst aussuchen. Wenn sie aber auch weiterhin konkurrenzfähig bleiben wollen, sollten sie die wichtigen Innovationen der Branche nicht verschlafen. Dafür ist freilich ein enger Dialog mit der Immobilienwirtschaft nötig. Nur so lässt sich gemeinsam herauszufinden, welche Daten für welche Akteure wichtig sind – denn nach der Inbetriebnahme der Immobilie können überdies Asset- und Vermietungsmanager von den BIM-gestützten Daten profitieren.