Die Vorstadt ist das neue Zentrum: Büroimmobilien in Berliner Randlagen

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Die Vorstadt ist das neue Zentrum: Büroimmobilien in Berliner Randlagen

Modern office building detail with transparent glass wall

Foto: pixachi | ClipDealer

In den deutschen Innenstädten wird es immer voller. Das gilt nicht nur beim Thema Wohnen, sondern auch für Büroimmobilien. Vor allem in Berlin ist die Zahl der leerstehenden Büroflächen in den vergangenen Monaten auf einem neuen Rekordtief von 1,4 Prozent angekommen – der Berliner Immobilienmarkt ist voll vermietet. Dementsprechend hoch sind die Quadratmeterpreise. Aufgrund dessen weichen Mieter vermehrt von den Innenstadtlagen auf Bürostandorte in Randlagen aus. Besonders im Berliner Norden und Süden wird rege an neuen Büroflächen gebaut.

Berlin – Bürohauptstadt Deutschlands

Dem „Savills IM Dynamic Cities Index“ zufolge ist Berlin mittlerweile auf Platz fünf der dynamischsten Städte Europas. Auch auf dem Gewerbeimmobilien-Investmentmarkt hat sich die Bundeshauptstadt den zweiten Platz direkt hinter Frankfurt am Main gesichert. Den Hunger nach Gewerbeflächen verdeutlicht diese aktuelle Zahl: Die Spitzenmieten für Büroimmobilien in Innenstadtlagen liegen dem ZIA zufolge im Durchschnitt bei mittlerweile mehr als 30 Euro pro Quadratmeter. Für viele Mieter sind die Preise schlichtweg zu teuer geworden – sie weichen auf Randlagen mit guter Infrastruktur aus. Jene Randlagen dienen auch als Expansionsflächen für Unternehmen, die sich in Innenstadtlagen nicht mehr vergrößern können, da keine Flächen verfügbar sind.

Neue Randlagen im Norden und im Süden rücken in den Fokus

Doch von welchen Berliner Randlagen verspricht man sich besonders viel Potenzial? Abseits der klassischen Bürostandorte wie Berlin-Mitte und Charlottenburg geraten City-Randlagen wie „Außerhalb Süd“ rund um das Berliner Südkreuz oder auch der Berliner Bezirk Steglitz in den Fokus der Mietinteressenten. Weitere beliebte Bürostandorte sind die Gebiete um Adlershof und Reinickendorf. Auch im Nordosten, „Außerhalb Ost“ entlang des Teilmarkts Prenzlauer Berg, Friedrichshain und dem Berliner Ostkreuz wird mehr und mehr gebaut. Zudem gehen Immobilienexperten von JLL davon aus, dass auch das Gebiet um die Siemensstadt im Westen Berlins für den Büroimmobilienmarkt an Bedeutung gewinnen wird. Mein Fazit: Bürostandorte abseits der bekannten Lagen können helfen, die angespannte Situation auf dem Büroimmobilienmarkt zu entlasten. Entscheidend ist jedoch, dass jene Büroimmobilien trotzdem gut erreichbar sind und die Räumlichkeiten neue Mieter mit modernen Arbeitswelten und -konzepten überzeugen. Denn wer an Randlagen ausweicht, möchte keinesfalls auf „Amenities“, wie sie in Top-Lagen zu finden sind, verzichten. Auf diese Weise wirken Immobilienentwickler von Bürostandorten abseits der Zentren einer Abwanderung von Firmen entgegen, da sie dringend benötigte neue Flächen auf den Markt bringen.