Coworking Post-Corona – wie erfolgreich ist das Modell tatsächlich noch?

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Coworking Post-Corona – wie erfolgreich ist das Modell tatsächlich noch?

Bussinessman and Businessman workers meeting together with laptop and wear protective masks prevent PM 2.5 and corona virus or covid19 at co working space .Health and teamwork concept

Foto: bankerwin | ClipDealer

Vor der Coronarezession wurde das Prinzip Coworking eindeutig als Erfolgsmodell gehandelt und war aus dem Bürovermietungsmarkt der Metropolen kaum mehr wegzudenken. Wer als Eigentümer ein internationales Unternehmen wie WeWork oder lokale Coworking-Anbieter für seine Immobile gewinnen konnte, ermöglichte dadurch allen anderen Mietern, sich projektbezogen flexibel im Objekt zu erweitern, und wertete dadurch seine Immobilie auf. Aber wie sieht es nun angesichts der Coronarezession aus?

Ein Blick auf die Flächen schafft Klarheit

Aus wirtschaftlicher Sicht hat es die Branche derzeit nicht leicht, durch abgesagte Veranstaltungen fehlen zusätzliche Einnahmen und viele Nutzer kündigen ihre Verträge.

Dennoch haben sich viele teils große und globale Coworking-Anbieter, darunter auch Rent24 und WeWork, dazu entschlossen, ihre Coworking-Spaces nicht zu schließen. Während nach wie vor in vielen Unternehmen eine Homeoffice-Empfehlung gilt, sind beispielsweise bei Rent24 inzwischen wieder 60 Prozent aller Arbeitsplätze belegt.

Natürlich unterliegt auch das Coworking strengen Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen. Die Anbieter müssen ein risikofreies Abrieten sicherstellen. Die Reinigungsmaßnahmen wurden verschärft, der Abstand zwischen den Arbeitsplätzen erweitert und jeder Nutzer ist angehalten, die Abstandsregeln zu den Mitmenschen zu wahren. An Gruppenarbeitsplätzen haben viele Coworking-Anbieter durchsichtige Trennwände, einen sogenannten Spuckschutz, angebracht. Des Weiteren bieten viele Unternehmen Einweggeschirr und Möglichkeiten zur Händedesinfektion an. Versammlungen und Events in Meetingräumen sind weiterhin strikt reguliert, inklusive einer Maximalanzahl von Personen für jeden Raum.

Coworking – ein krisenfestes Modell?

Natürlich bedeutet eine 60-Prozentige Auslastung nach wie vor Einnahmeverluste, auf die die Coworking-Anbieter reagieren können. Zwar können sie genau wie alle anderen deutschen Unternehmen Mietstundungen beim Eigentümer beantragen. Die negativen Auswirkungen werden allerdings vor allem bei einigen kleineren Akteuren dennoch zur Insolvenz führen. Trotzdem gilt: Auch wenn Corona der Branche temporär schwer zusetzt, ist der Markt der Coworking-Spaces mittelfristig ein Wachstumsmarkt. Zukünftig werden Coworking-Spaces aus der Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken sein. Dies liegt allein schon daran, dass Coworking-Spaces die Infrastruktur von fest angemieteten Büros mit Kopierer, Meetingräumen und Sozialflächen bieten – und zudem ein Höchstmaß an Flexibilität aufgrund der kurzfristigen Anmietbarkeit innehaben.Da sich jedoch die Arbeitsweise und die entsprechenden Prozesse von Unternehmen zu Unternehmen infolge von Corona noch stärker spezifizieren werden, findet zukünftig höchstwahrscheinlich eine Ausdifferenzierung der Coworking-Formate statt.