Business Center: Privatsphäre und Standortflexibilität

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Business Center: Privatsphäre und Standortflexibilität

Foto: Boarding1Now | clipdealer

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Business Center bilden nach wie vor den größten Anteil an Flexible Office Space auf dem Markt. Meist entspricht ihr Design dem einer klassischen Büroimmobilie, mit Büros für Einzelpersonen oder kleine Gruppen. Das Serviceangebot ist vielfältig und reicht vom Empfangsdienst über Telefonservice und Übersetzerleistungen.

Vorwiegend werden Business Center von relativ langfristig, also mehrmonatig orientierten Mietern genutzt. Das können Unternehmen in der Anfangsphase sein, die mit einer kleinen Anzahl an Mitarbeitern Fuß fassen wollen. Allerdings bieten Business Center auch etablierten Firmen mit Expansionswunsch wichtige Vorteile. Von einem Büro in flexibel buchbaren Räumlichkeiten aus lassen sich einfach neue Standorte erschließen. Der Break-Even-Point bei Flexible Office Space im Vergleich zu einem regulären Mietverhältnis liegt verschiedenen Studien zufolge bei rund drei Jahren. Wer also eine feste Niederlassung etablieren möchte und mehr als 36 Monate am selben Ort bleibt, sollte auf lange Sicht einen klassischen Mietvertrag abschließen.

Einige Anbieter von Business-Centern bieten ihren Mietern zudem Zugang zu Räumlichkeiten an mehreren Standorten. So haben Geschäftsreisende die Möglichkeit, einen gut ausgestatteten, privaten Arbeitsplatz mit konsistentem Service zu buchen – selbst, wenn sie nicht im heimischen Büro arbeiten. Damit sind Business-Center auch für allein tätige Berater, oder für projektweise beschäftigte Koordinatoren, etwa in der Baubranche, interessant.

Coworking passt nicht zu jedem

Der JLL-Report Im Gegensatz zu offen und stylish designten Coworking-Zentren, die einen besonderen Fokus auf die Arbeit in Gruppen legen, steht bei Business Centern die Privatsphäre im Vordergrund. In Tätigkeitsbereichen, in denen beispielsweise viele telefonische Kundengespräche geführt oder vertrauliche Themen diskutiert werden, sind private Arbeitsräume absolut unverzichtbar.

Während die permanente Arbeit im Coworking-Stil also nicht für jeden geeignet ist, besteht ein branchenübergreifender Trend zu mehr projektbezogener, oder Teamarbeit, der sich auch auf die Gestaltung moderner Büroräume auswirkt. Dieser Wandel zeigt sich im Bereich Flexible Office Space dahingehend, dass immer mehr Anbieter in ihren Räumlichkeiten sowohl offene Arbeitsbereiche als auch Einzel-, oder Kleingruppenbüros anbieten.

Business Center, aber wo?

Eigentümer, die in ihre Immobilie Flächen als Flexible Office Space integrieren möchten, sollten genau prüfen, welches Konzept sie bei der Ausgestaltung wählen. Der erste Faktor, den es zu beachten gilt, ist die Größe der verfügbaren Fläche. In der Regel sind reine Coworking-Flächen platzsparender angelegt als Business Center oder Hybridformen beider Modelle. Deutsche Business Center nutzen im Durchschnitt 900 bis 1.600 Quadratmeter, während Coworking-Flächen in der Regel zwischen 200 und 500 Quadratmeter groß sind. Bei Hybridmodellen ist die Spanne derzeit am größten, mit Flächen von 900 bis 4.000 Quadratmetern.

Der zweite wichtige Faktor ist die Lage der betreffenden Fläche. In ruhigen Randlagen mit weniger Flächenkonkurrenz lohnt sich die Ausgestaltung einer weitläufigeren Fläche. Perspektivische Nutzer könnten hier Kunden aus dem Baugewerbe oder Ingenieurwesen, oder Mitarbeiter international tätiger Unternehmen ohne deutschen Hauptstandort sein.

Gleichzeitig sind auch kleinere Objekte in Prestigelagen interessant, da hier eine direkte Alternative zu vielen Coworking-Flächen geschaffen werden kann. Vermögende Freelancer, Messegäste oder Geschäftsreisende mit Bedarf an einem gut ausgestatteten, privaten Arbeitsplatz sind hier die Zielgruppe.

Ich persönlich bin davon überzeugt, dass wir in den kommenden Jahren die Markteintritte weiterer Anbieter erleben, die das Konzept des Business Centers jeweils auf ihre Art interpretieren und weiterentwickeln. Für Eigentümer ist es daher unerlässlich, die wichtigsten Zukunftstrends in Sachen Flexible Office Space genau zu verfolgen – denn schließlich sind zwar die Flächen punktuell anmietbar. Die Mietverträge des Eigentümers mit den Betreibern fallen jedoch oft langfristig aus. So lange muss auch das Konzept des Anbieters tragfähig bleiben, ansonsten drohen Einnahmeausfälle und Leerstand.