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Foto: prpicturesproduction | ClipDealer

Vernetzte Sicherheitssysteme, intelligente Heizkörper und Funksteckdosen – die Deutschen leben so ‚smart‘ wie nie. Alexa auf Befehl das Licht dimmen oder den neuesten Lieblingssong abspielen zu lassen, ist für nicht wenige von uns mittlerweile etwas Alltägliches. Und was ist mit den anderen? Zugegeben: Nicht jeder schätzt es, sein Zuhause mit digitalen „Untermietern“ zu teilen. Das könnte sich aber bald ändern. Die Pandemie und die folgenden Dauer-Lockdowns haben wie ein Katalysator gewirkt, der die Digitalisierung der vier Wände erheblich beschleunigt hat. Doch wie sehen die Lösungen eigentlich aus, die uns die Pandemie erträglicher machen sollen?

Mit mehr Komfort durch den Lockdown

Keine Frage, COVID-19 hat die Nachfrage nach intelligenten Geräten und Möglichkeiten befeuert. Der Smart-Home-Studie 2020 von Bitcom zufolge wurden Smart Home-Anwendungen im vergangenen Jahr mehr Bedeutung beigemessen als jemals zuvor. Demnach gaben 37 Prozent der Verbraucher an, mindestens eine smarte Anwendung zu nutzen. Jeder Vierte wäre sogar bereit, für eine Wohnung mit der entsprechenden Ausstattung mehr Miete zu zahlen. Aus Sicht vieler Menschen soll das Zuhause vor allem in puncto Kommunikation und Entertainment smarter werden. Wer in der Selbstisolation den Kontakt zu Menschen und der Außenwelt scheut, muss sie sich halt digital ‚nach Hause holen‘. Vernetzte Geräte, Tablets und Smart-TVs mit eigener Kamera ermöglichen es, ganz bequem vom Wohnzimmer aus in Verbindung zu bleiben, während im realen Leben Abstandsregeln eingehalten werden müssen.

‚Draußen‘ wird ‚Drinnen‘

Auch akute Probleme, die während der Pandemie und vor allem in den Lockdown-Phasen auftreten, werden zunehmend durch das Smart Home gelöst. Vernetzte Fitnessgeräte beispielsweise ersetzen den Gang ins Fitnessstudio, der aktuell nicht möglich ist. In der Folge werden immer mehr Lebensbereiche, die einst ‚draußen‘ stattfanden, ins eigene Zuhause verlagert. Das Kino hat zu? Kein Problem, der Smart-TV mit Streaming-Angeboten tut’s auch. Angst vor Ansteckung beim Arztbesuch? Dann doch lieber die virtuelle Sprechstunde am Tablet oder Notebook.

Im Zuge der Pandemie gewinnen auch bereits bestehenden smarte Tools an Bedeutung. Sprachassistenten oder Bewegungsmelder ermöglichen es etwa, das Berühren von Gegenständen oder auch Lichtschaltern zu minimieren und damit das Ansteckungsrisiko ebenfalls zu senken. Digitale Assistenten können zudem daran erinnern, sich im Laufe des Tages sowie beim Betreten der Wohnung die Hände zu waschen und so auch zu Hause einen höchstmöglichen Hygienestandard einzuhalten.

Smarte Thermostate, die die Heizung per App schon im Vorfeld anstellen; Blumentöpfe, die verraten, wie es den Pflanzen geht; Toiletten mit integrierter Sitzheizung und personalisierten Reinigungs- und Trocknerfunktionen oder auch Kühlschranke, die berichten, welche Zutaten für das Leibgericht noch benötigt werden – die Auswahl an smarten Geräten wird immer spezieller. Insbesondere in der aktuellen Ausnahmesituation, in der sich ein Großteil der Menschen verstärkt in den eigenen vier Wänden aufhält, werden uns die Vorteile der klugen Helfer immer präsenter vor Augen gehalten. Damit einher gehen jedoch auch neuartige Anforderungen an die eigenen vier Wände, auf die es langfristig zu reagieren gilt. Denn was nach der Pandemie bleiben wird, ist die Erkenntnis, dass ein komfortables Zuhause auch über einen Lockdown hinaus erstrebenswert ist und den Alltag erleichtert.