Blogserie Smart Home – Komfort und Energieersparnis mit Smart Buildings

Blogserie Smart Home – Werden wir digitale Stubenhocker?
10. Februar 2021

Blogserie Smart Home – Komfort und Energieersparnis mit Smart Buildings

Smart city concept with young man using a tablet computer

Foto: melpomen | ClipDealer

Wer zur Arbeit pendelt, verbringt durchschnittlich eine Woche eines Lebensjahres bei laufendem Motor auf der Straße. Wäre es da nicht schön, wenn man sich wenigstens die lästige Parkplatzsuche ersparen könnte? Die Lösung: Apps, die mit schlauen Sensoren verknüpft sind, verraten, welche Spots auf dem Firmenparkplatz noch frei sind. Bei der Parkplatzsuche hört die smarte Technik fürs Office nicht auf. Fröstelt es im Büro? Wenn die Stimmung schon auf dem Nullpunkt ist, lässt sich wenigsten die Raumluft erwärmen. Auch dafür gibt es gebäudeeigene Apps. Statt eines kalten Arbeitsplatzes wartet auf den Büroarbeiter ein auf die individuellen Vorlieben reguliertes Raumklima: Belüftung, Heizung und selbst die Beleuchtung – alles ist bereits eingestellt. Das ist aber erst der Anfang. Insbesondere im Zuge der Corona-Pandemie nimmt intelligente Gebäudetechnik an Bedeutung zu. Smart Buildings bieten zudem Potenziale, die es weit über die Krise hinaus auszuschöpfen gilt.

Wer frühzeitig in die digitale Transformation investiert hat, profitiert nun umso mehr

Im Gegensatz zum privaten Smart Home ist mit dem Begriff Smart Building die intelligente Vernetzung und Automation ganzer Gewerbeimmobilien wie Bürohäusern oder Einkaufszentren gemeint. Das Ziel der Vernetzung ist jedoch immer gleich: mehr Komfort und weniger Energieverbrauch. Mithilfe von smarten Anwendungen können ideale Aufenthaltsbedingungen auch außerhalb von Räumen geschaffen werden. Ohnehin gilt: Wer frühzeitig in die digitale Transformation seiner Immobilie investiert hat, profitiert in der Pandemie besonders, erst recht im Hinblick auf Sicherheit und Hygiene.

Gebäudeautomatisierung hilft dabei, Ansteckungsgefahr zu reduzieren

Insbesondere der Bereich Hygiene ist derzeit vielen Mietern wichtig. Potenzielle Übertragungswege gilt es, bestmöglich zu minimieren. Einer von ihnen ist die sogenannte Tröpfcheninfektion, die durch Niesen, Husten oder Sprechen zustande kommt. Sie birgt das größte Übertragungsrisiko etlicher viraler Krankheiten, darunter auch Corona. Smart Buildings können das Risiko einer Tröpfcheninfektion maßgeblich senken, indem eine automatisierte Belüftung durch ein spezielles integriertes Klima- und Luftreinigungssystem stattfindet. Zudem wird das Risiko von Schmierinfektionen durch sich automatisch öffnende Türen minimiert. Diese werden mittels Sensoren, Sprachbefehl oder App bedient und geöffnet, wodurch das Berühren von Türklinken überflüssig wird.

Sinkende Energiekosten als positiver Nebeneffekt

Smart Buildings bestechen jedoch nicht nur durch einen hohen Komfort und unterstützende Hygienemaßnahmen. Vielmehr spielen sie auch im Rahmen der Energiewende eine große Rolle. Dem Bundeswirtschaftsministerium zufolge sind Gebäude und ihre Nutzer für 35,3 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland verantwortlich. Kein Wunder also, dass die Bundesregierung den Energiebedarf des Gebäudebestands bis 2050 um 80 Prozent reduzieren will. Um dieses Ziel zu erreichen, könnten Smart Buildings elektrischen Strom beispielsweise mit Blockheizkraftwerken oder Photovoltaikanlagen selbst erzeugen und so vernetzter Bestandteil intelligenter Stromnetze werden. Auch sonst sind die neuen technischen Möglichkeiten besonders energieeffizient: Per Bewegungs- oder Wärmemelder erkennt das Gebäude, wie viele Personen sich in gewissen Räumen aufhalten. Die intelligente Elektronik der technischen Anlagen passt anschließend automatisch die Heizung oder Beleuchtung den aktuellen Erfordernissen der jeweiligen Nutzer an. Die Folge sind enorme Energieersparnisse. Viele Unternehmen mussten durch die Pandemie schlechte Umsatzzahlen verbuchen. Neben einem nachhaltigen Handeln und einer geringeren CO2-Bilanz ist die mit den neuen Techniken einhergehende Kostenersparnis eine große Hilfe. Dem Marktforschungsunternehmen Gartner zufolge waren allein im Jahr 2018 weltweit 230 Millionen Geräte in Gebäuden vernetzt. 2022 wird bereits mit 483 Millionen gerechnet. Das Potenzial, den Komfort von Arbeiten und Wohnen zu steigern und gleichzeitig durch Energieeffizienz dem Klimawandel entgegenzuwirken, wird offensichtlich erkannt und genutzt.